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"So many men, so many minds;
so many hounds, so many kinds."
(engl. Sprichwort aus dem 18. Jahrh.)
                             
                                                      
 
 

D E R  O T T E R H O U N D - (OTTERHUND) :

 
Rassegeschichte und ursprüngliche Verwendung:

Der Ursprung und die Entstehung dieser englischen Jagdhundrasse liegen in grauer Vorzeit und sind nicht exakt zu recherchieren. Mutmaßlich vereinen sich im Otterhound Blutlinien von Vertretern vollkommen verschiedener Rassestämme, wie Foxhound, Spaniel, Bulldog etc.

 

                         Southern Hound      Bloodhound            

Hauptsächlich hat der Otterhound sich wohl aus dem längst ausgestorbenen Southern Hound und dem Bloodhound, von dem er den schlurfenden Gang, die tiefe Stimme (Geläut) und vor allen Dingen die extrem gute Nase geerbt hat, entwickelt.

Einige charakteristische Merkmale, wie z.B. die langen, fransig behaarten Behänge und die große Vorliebe des Otterhounds für das Wasser, lassen zudem auch auf Einkreuzungen von Water-Spaniels schließen.

 

Es kamen auch französische Griffon in die Otterhound-Zucht, u.a. ca. 1880 zwei Griffon Nivernais aus dem Zwinger des Comte Le Couteulx de Canteleu zur Meute von Mr. R. Carnaby Forster. Dessen Stieftochter Lady Mary übernahm später diese Meute, löste sie 1906 auf und verkaufte die Hunde an andere Masters in ganz Großbritannien.

 

Zu überliefern ist jedenfalls, daß der Otterhound (Hound = engl. Bezeichnung für Meutejagdhund) zu den ältesten uns bekannten Jagdhunderassen gehört und, wie der Name schon sagt, speziell für die Jagd auf den Fischotter gezüchtet wurde.

Die Rasse entstand aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 1002 und 1024, während der Regierungszeit von King Henry II of England, der wohl den Titel "Master of Otterhound" (M O H) erfand und sich selbst als solcher erstmals urkundlich registrieren ließ.

Liebhaber und Meutenbesitzer von Otterhounds waren u.a. auch Queen Elizabeth I (erste Lady M O H) und König Edward I.

Das Jagdrecht sowie die Zucht und der Besitz von Jagdhunden gehörten jahrhundertelang zu den Privilegien des Adels, welcher seine Vorrechte durch sehr strenge Strafen zu schützen verstand.

Außer den oben bereits erwähnten Adeligen waren die englischen Könige Edward II, Henry VI, Edward IV, Richard III, Henry VII und der berühmt-berüchtigte Henry VIII sowie Charles II als Royal "Master of Otterhound" offiziell eingetragen.

 

Anfangs war das Erscheinungsbild der Otterhound-Meute alles andere als homogen und entsprach sicher nicht unseren heutigen Vorstellungen von dieser Rasse.

Es gab gemischte Rudel von lang- und kurzbeinigen, rauh- und glatthaarigen Hunden mit unterschiedlichsten Körperformen und Farben, also sämtliche Hundetypen mit nur einer einzigen Gemeinsamkeit: der besonderen Fähigkeit, den Otter erfolgreich zu jagen. Dieser genoß als Fischräuber einen schlechten Ruf und hatte bei den Menschen gar keine Freunde.

 
                                                       
                   

Wurde der Fischotter gejagt, trieben ihn die Hunde oft stundenlang von einem Ufer zum anderen, wo er an Land jeweils einige hundert Schritt zurücklegte. Der Otter hatte  eine für Jagdhundrassen ziemlich starke Witterung, so dass es diesen Hunden in der Regel wenig Probleme bereitete, das Tier aufzuspüren.

Um einen Otter aus seinem Bau herauszutreiben, kamen meist kleine, kräftige Terrier zum Einsatz.

Wenn die Huntsmen dann den Otter sahen, ertönte ein lautes "tally - ho", mit anderen Worten: Los, schnappt ihn euch, hinterher.

 
                                                      
 

In England war es früher üblich, den schwimmenden Otter mit einem Wurfspieß zu erlegen. Während der Jagd ertönte unablässig das Geläut der Otterhound-Meute, die auch im Wasser schwimmend Laut gaben, so dass die Jäger, da die Hunde wesentlich schneller als die Menschen waren, hören konnten, wohin die Meute dem Otter nachstellte.

Gegen Ende der Jagd hatte der Huntsman manchmal Gelegenheit, den Otter bei der Rute zu fassen und festzuhalten, "tailing" genannt. So bekam das Tier ab und an ein zweite Chance sich zu retten; es wurde in tieferes Gewässer geworfen und konnte dort manchmal der Otterhound-Meute entkommen.

                                                                               
 
                                                      
                             

Im Laufe der Zeit entwickelten sich nur zwei englische Jagdmeuten mit rein gezüchteten Otterhounds: die "Dumfriesshire-Pack" und die von "Kendel and District". Die anderen Meuten setzten sich zusammen aus reinen Otterhounds, Otterhound-English-Foxhound-Mischlingen und einem gewissen Anteil von Otterhoundmischlingen aus Verbindungen mit dem Welsh-Hound. Die meisten Masters bevorzugten die gemischten Meuten, weil sie davon überzeugt waren, dass der Mangel an Schönheit durch Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Kraft wettgemacht wurde.

 

Obwohl die berühmte Dumfriesshire-Meute, sie wurde 1889 von Mr. Wilson Davidson und Mr. D.J. Bell-Irving gegründet, aus reinen Otterhounds bestand, weiß man, dass auch dieser Kennel des öfteren Bloodhound- und Griffonblut einkreuzte. So wurde aus Frankreich u.a. eine Griffon Vendéen-Hündin, mit Namen "Frivole" importiert, die vom Bloodhound "Boatman" gedeckt wurde. Dieser gehörte auch zum Zwinger und beteiligte sich erfolgreich an der Fischotterjagd, so dass er auch in der Zucht eingesetzt wurde. Alle Dumfriesshire-Otterhounds nach "Boatman" sind in verschiedenen Linien auf diesen Bloodhound zurückzuführen.

 

Der Otterhound ist berühmt für seine feine Nase und kann unter optimalen Bedingungen auch auf einer bis zu 36 Std. alten Otterspur noch erfolgreich arbeiten. Diese enorme Riechleistung ist das Erbe seiner Bloodhound-Vorfahren.

Hier noch ein paar jagdliche Rekorde von Otterhound-Meuten in Großbritannien:

Die angebl. längste Jagd auf einen Fischotter (Carlisle-Meute) fand 1907 statt mit insgesamt 10.45 Std. entlang des River Eden im Gebiet südl. der Stadt Carlisle. Im Mai 1908 verfolgte die Northern Counties-Meute eine Fischotterspur von 23 Meilen und die Essex-Meute erwischte 1909 den bis dahin wohl größten Otter mit einem Gewicht von 35 lb. 20 Jahre später wurde dieser Rekord von der Staffordshire-Meute eingestellt, die dort ein Exemplar von gleichem Gewicht zur Strecke brachte.

 

Seit 1977 gibt es in ganz Europa ein Verbot für die Jagd auf den Fischotter. Der Otterhound wurde aber deswegen nicht arbeitslos, denn er überzeugt auch auf anderen jagdlichen Gebieten - ob einzeln oder in der Meute - durch hervorragende Leistungen, vor allen Dingen bei der Spür- und Schweißarbeit.

Außerhalb Europas wird der Otterhound allerdings nach wie vor für seine ganz spezielle Arbeit, die Jagd auf den Fischotter, verwendet.

Die Otterhound-Zucht, aus der ein Hund hervorging, wie wir ihn heute kennen, gibt es erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Der Otterhound eignet sich sehr gut als Familienhund, obwohl er, wie übrigens auch alle anderen Meutehunde, ein ausgeprägter "Sturkopf" ist, was manchen Hundebesitzer schon zur schieren Verzweiflung getrieben hat; es ist nicht von Nachteil, wenn der eigene Dickschädel größer ist als der des Hundes.

 

In Deutschland war diese liebenswerte Hunderasse niemals populär, die Anzahl der jetzt hierzulande lebenden Otterhounds wird auf ungefähr 40 Hunde geschätzt.

Eine für diese Rasse über Jahre hinweg kontinuierlich geführte Linienzucht existiert in Deutschland nicht, aber im Laufe der Jahre gab und gibt es immer mal wieder einige Enthusiasten, die ab und an einen Wurf wagen.

Wegen der extrem engen Zuchtbasis sollte als Voraussetzung hierfür allerdings ein sehr fundiertes Fachwissen sein.

 

Im benachbarten Ausland ist der Otterhound etwas bekannter als bei uns, aber auch dort sind Züchter dieser Rasse sehr dünn gesät.

In Holland gibt es die "de Kweb-Meute", ca. 18 - 20 Hunde, die auch heute noch, wie vor hunderten von Jahren, mit ihrem Master und seinen Helfern zur Jagd geht, allerdings nicht auf den Fischotter, sondern auf Bisam. Auch ist diese Meute auf jagdlichen Vorführungen im In- und Ausland zu sehen. Ein herrlicher Anblick, wenn der Master in seiner Kleidung, wie es früher in England üblich war, manchmal bis zur Brust im Wasser, seiner Meute folgt.

 
                                                        
 
Wesen und Haltung:

Der Otterhound ist eine imposante und würdevolle Erscheinung mit einer Widerristhöhe von max. 67 cm bei Rüden und ca. 60 cm bei Hündinnen. Ein freundlicher Riese im Zottelfell, den man hierzulande leider viel zu selten trifft. Wie die meisten Meutehunde haben Otterhounds ein intaktes Sozialverhalten (obwohl es auch hier Exemplare gibt, die noch nichts davon gehört haben). Sie sind fast nie schlecht gelaunt oder aggressiv und ausgeprochen kinderlieb. Dieser Hund verträgt auch mal einen Knuff, nimmt so leicht nichts übel - kann aber auch ein rechtes  "Sensibelchen" sein, nach dem Motto: Rauhe Schale, weicher Kern. Er ist immer bereit für neue Unternehmungen und an allem interessiert.

 

Für einen Laufhund - der Otterhound gehört als solcher zur FCI-Gruppe 6 - sollte man sich aber nur dann entscheiden, wenn man ihm regelmäßig und viel Auslauf bieten kann. Gemeint ist nicht nur das Hin- und Herlaufen im eigenen Garten, mag er noch so groß sein, die Menschen wollen ja auch nicht jeden Tag die gleiche Zeitung lesen; wichtig sind vor allem lange Spaziergänge bei jedem Wind und Wetter, zu jeder Jahreszeit. Auch für uns Menschen soll regelmäßige Bewegung in frischer Luft ja nicht unbedingt schädlich sein.

Von solchen Ausflügen bringt der Otterhound allerdings auch immer ein schönes Stück Natur mit ins Haus.

Der Otterhound gehört auf gar keinen Fall in den Zwinger. Ein Meutehund wie er bindet sich sehr stark an seine Familie und ist dort inmitten von Kind und Kegel glücklich.

Die Intelligenz, das treue Wesen und der Einfallsreichtum eines Otterhounds sind ganz sicher ein Zugewinn für das Familienleben.

Den bei allen Hounds mehr oder weniger stark ausgeprägten Eigensinn finden wir auch beim Otterhound, der sich aber mit einer verständnisvollen und konsequenten Erziehung in die richtigen Bahnen lenken lässt.

Ein Otterhound fühlt sich in einer Etagenwohnung nicht sehr wohl, selbst wenn man ihm genügend Auslauf und Abwechslung bietet. Er ist eben ein Naturbursche, am liebsten an der frischen Luft. In einem Garten, mag er auch klein sein, liegt er gerne im Schatten und döst, schaut den Vögeln hinterher und wälzt sich auf der Wiese.

 

                                                        
 

Einem kleinen Nickerchen, (bevorzugt auf Frauchens oder Herrchens Sofa), ist er allerdings auch nicht abgeneigt.

Das Grundstück sollte eingezäunt sein, am besten mit einem etwas höheren Zaun, denn es soll einige Vertreter diese Rasse geben, die sich (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) ausgeklügelte Klettertechniken angeeignet haben.

Spurenlesen ist ein Erbe seiner Vorfahren, weshalb man einen frei laufenden Otterhound immer gut im Auge behalten sollte. Hat er eine Witterung aufgenommen, kann er in Sekundenschnelle verschwunden sein und ist für niemanden mehr ansprechbar; er lässt seinen ratlosen Besitzer auf unbestimmte Zeit in Angst und Schrecken zurück. Nach ein paar Stunden kommt er dann auf seiner eigenen Spur zurückgelaufen (wenn er kann) und schaut seinen Besitzer freudig an, nach dem Motto: Schön, dass du auf mich gewartet hast.

Ein anderes Erbe ist die große Vorliebe für das Wasser, wo er sich geschickt und schnell bewegen kann. Ein typisches Merkmal dieser Rasse, die besonders ausgeprägte Zehenzwischenhaut, findet hier ihren zweckmäßigen Gebrauch, während die kräftige Rute beim Schwimmen als Steuer benutzt wird. Ein Otterhound freut sich über jeden Tümpel, und man sollte ihm diesen Spaß gönnen, wann immer es möglich ist.

                                      
                                                       
 
Pflege und Betreuung:

Das für den Otterhound so typische Fell wird nicht getrimmt. Laut Standard ist das rauhe, leicht gewellte Deckhaar 4 - 8 cm lang und, wie die Unterwolle, etwas ölig. Letzteres verhindert ein Aufweichen des Hundes bei der Wasserarbeit. Durch die wasserabweisende Struktur des Haarkleides ist dieser Hund zwar immer bestens "imprägniert", doch bleibt auch ein Otterhound im Regen nicht trocken.

Hausfrauen und -männer sind erfreut, dass dieser Hund so gut wie nicht haart. Zur Fellpflege genügen jährlich ein Vollbad und kräftiges Durchbürsten 1 - 2 mal in der Woche,

Schlamm und Nässe werden durch Abrubbeln mit Handtüchern entfernt.

 

Ein nasser Otterhoundbart kann nach dem Trinken, zusammen mit evtl. dort verbliebenen Futterresten problemlos vom Hund selbst an Frauchens oder Herrchens Hosenbein saubergerieben werden. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass der Mensch dafür einen "Hunde-Putzlappen" benutzt. Jedenfalls ist beim Otterhound nach der Nahrungsaufnahme immer Bartpflege angesagt - so oder so.

Eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung des äußeren Gehörganges sowie der Behänge müssen ebenfalls fester Bestandteil im ansonsten wenig aufwändigen Pflegeprogramm dieser Hunderasse sein. Regelmäßige Aufmerksamkeit sollte man auch den Augen schenken.

Im Frühjahr und im Sommer sollte der Hund sorgfältig (was bei dem langen Fell nicht immer einfach ist) auf Zeckenbefall kontrolliert werden.

Selbstverständlich ist wohl ein Besuch beim Tierarzt zur jährlichen Wiederholungs-Schutzimpfung; gleichzeitig eine gute Gelegenheit für eine Generalinspektion von der Schnauze bis zur Rute, wichtig vor allem beim älter werdenden Hund.

Die Fütterung eines gesunden Otterhounds bereitet seinem Besitzer normalerweise keine Sorgen, wobei die Tagesration für einen erwachsenen Hund am besten auf zwei Mahlzeiten pro Tag verteilt wird. Danach gönnt man seinem Hund eine Ruhephase (bevorzugt wieder auf dem oben erwähnten Sofa), da größere Hunde schon mal eher zu einer Magendrehung neigen. Für kleinere Zwischenmahlzeiten ist der Otterhound auch immer zu haben.

                        

                                                        
 

Alles in allem kann ein Otterhound bei guter Haltung und Pflege ca. 10 - 12 Jahre alt werden, manchmal sogar älter (im Otter-Zentrum in Hankensbüttel lebten Deadlock und Cora, die 14 Jahre alt geworden sind).

 
 
EINMAL OTTERHOUND - IMMER OTTERHOUND !
 
(erstellt von Barbara Seibel mit Ergänzungen von Elke Eggert)
 
                          

                                    

                                                                                                  
                                                           STAMMBAUM OTTERHOUND
 
 
KURZPORTRAIT OTTERHOUND:
 

URSPRUNGSLAND: Großbritannien        

 

RASSEGRUPPE: Jagdhund, Spezialist für die Jagd auf Fischotter

FCI-Standard Nr. 294 - Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde)                                                   

                                  
VERBREITUNG:  
Weltweit (unter 1000 Hunde) - hierzulande äußerst selten, z.Zt. ca. 40 Hunde.
 
VERWENDUNG:

Wird außerhalb Europas (hier steht der Otter unter Naturschutz) in Meuten für die Jagd

auf den Fischotter eingesetzt.

Auch als Einzelhund sehr gut in anderen jagdl. Bereichen, z.B. Schweißarbeit, zu verwenden.
In Deutschland fast ausschließl. Familienhund.
 
WESEN:
Rauhe Schale, weicher Kern.

Braucht konsequente Erziehung ohne Härte, liebt Kinder, "idealer" Familienhund, wenn genügend Platz

und vor allem Zeit vorhanden.

Ausgeprägter Charakter, ohne Aggression, reagiert stark auf Wildfährten.

Hat eine große Vorliebe für Wasser.

Tiefe, melodische Stimme, die bei einigen Exemplaren ein wenig an "Seehundgeheul" erinnert.

 
FÜTTERUNG:

Beim gesunden Hund ohne Probleme (ein Otterhound hat nur einmal Hunger, und zwar immer).

Tagesration wird am besten auf zwei Mahlzeiten verteilt.

 
GESUNDHEIT:

Ziemlich robust, bei artgerechter Haltung, (mittlerweile gibt es bei einigen Hunden Probleme mit den

Hüftgelenken "Hüftdysplasie" und den Ellenbogengelenken "Ellenbogendysplasie").

Auch von der Epilepsie ist der Otterhound leider nicht verschont geblieben.

 

PFLEGE:

Das rauhhaarige Fell muß ein- bis zweimal in der Woche kräftig durchgebürstet werden,

wird nicht getrimmt. Sonst pflegeleicht, haart fast nicht.

Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren unbedingt erforderlich,
auch sollten die Augen regelmäßig kontrolliert werden.
 
BEWEGUNG:

Viel und regelmäßig für den lauffreudigen Otterhound, braucht aufgrund seiner Größe

ausreichend Platz zum freien Laufen.

 
GRÖSSE:
Widerristhöhe beim Rüden ca. 67 cm, bei der Hündin ca. 60 cm
 
LEBENSERWARTUNG:
Etwa 10 - 12 Jahre

 


 

OTTERHOUND-PORTRAIT (VDH)


 

FCI - Standard Nr. 294 / 21. 04. 1997  /  D

OTTERHOUND

(Otterhund)

 

ÜBERSETZUNG: Frau Michèle Schneider und Dr. J.-M. Paschoud.

URSPRUNG: Großbritannien.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDS 02. 12. 1987.

 

VERWENDUNG: Großer, starker Laufhund; ursprünglich dazu erschaffen, den ganzen Tag im Wasser jagen zu können, jedoch auch zum Galopp auf festem Boden fähig.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6 - Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen.

Sektion 1.1 - Grosse Laufhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Großformatiger Hund mit geraden, korrekt gestellten Gliedmassen, rauhhaarig, mit majestätischem Kopf, kräftigem Körper und mit lockerem raumgreifendem Bewegungsablauf. Rauhes Stockhaar und große Pfoten sind wichtige Merkmale. Freies Gangwerk.

 

WICHTIGE PROPORTION:

Der Abstand Nasenspitze-Stop ist etwas geringer als der Abstand Stop-Hinterhaupthöcker.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Freundlich und ausgeglichen.

 

KOPF: Mächtig, mit klaren Linien, eher hoch als breit. Die Stirn ist keinesfalls gerunzelt oder gewölbt; der Ausdruck ist frei und freundlich. Mit Ausnahme der Nase ist der gesamte Kopf gut mit rauhem Haar besetzt, das vorne Schnurrbart und einen leichten Backenbart bildet.

OBERKOPF:

Schädel: Schön gewölbt, weder grob noch übertrieben; er steigt vom Stop zum leicht betonten Hinterhaupthöcker hin an. Jochbeine klar abgezeichnet.

STOP: Deutlich, aber nicht übermäßig ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm: Sehr breit mit gut geöffneten Nasenlöchern.

Fang: Kräftig und tief.

Lippen: Reichliche, aber nicht übertriebene Belefzung.

Kiefer / Zähne: Kräftige und große Kiefer; die gut ausgerichteten Zähne zeigen einen perfekten und regelmäßigen Scherenschluss, d.h. die oberen Schneidezähne decken die unteren in engem Kontakt und sind rechtwinklig zum Kiefer eingesetzt.

Augen: Intelligent; mäßig tief in die Augenhöhle eingebettet. Die Bindehaut ist nur leicht sichtbar. Augenfarbe und Pigmentation des Augenrandes sind von der Haarfarbe abhängig (bei blau/lohfarben - blau mit lohfarbenen Abzeichen - darf die Augenfarbe haselnussbraun sein).  Gelbe Augen sind abzulehnen.

Behang: Einzigartiges Rassemerkmal. Der Behang ist lang, herabhängend, in Höhe des Augenwinkels angesetzt. Er reicht ohne weiteres bis zum Nasenspiegel, wenn man ihn nach vorne zieht. Er zeigt eine charakteristische Falte. Der Vorderrand faltet oder rollt sich einwärts, so dass es seltsam drapiert aussieht; dies ist ein wesentliches Merkmal, das unbedingt erhalten werden soll. Der Behang ist gut mit Haaren in Form von Fransen besetzt.

 

HALS: Lang, kräftig; er fügt sich harmonisch in die schräge, nicht überladene Schulter; eine leichte Wamme ist zulässig.

 

KÖRPER: Sehr kräftig.

Obere Profillinie:  Horizontal.

Rücken: Breit.

Lenden: Kurz und kräftig.

Brust: Tief herabreichend; recht tiefer, ovaler, gut gewölbter Rippenkorb, weder zu breit noch zu schmal. Rippen gut nach hinten reichend, somit für Herz und Lungen viel Raum bietend.

 

RUTE: Hoch angesetzt, beim aufmerksamen oder aktiven Hund hoch getragen, niemals über dem Rücken eingerollt. In der Ruhe kann sie herabfallen. Am Ansatz ist sie dick und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Schwanzwirbel reichen bis zum Sprunggelenk. Die Rute wird gerade oder leicht gebogen getragen. An der Unterseite der Rute ist das Haar eher länger und reicher als an der Oberseite.

 

GLIEDMASSEN:

VORDERHAND: Von starkem Knochenbau; vom Ellenbogen bis zum Boden gerade.

Schultern: Gut schräg.

Vordermittelfuß: Kräftig, etwas schräg.

HINTERHAND: Aus welchem Blickwinkel man sie auch betrachtet, ist sie sehr kräftig und gut bemuskelt. Von hinten besehen stehen die Hinterläufe weder zu breit noch zu eng. Die Hinterhand ist mäßig gewinkelt. In natürlicher Stellung verlaufen die hinteren Gliedmassen vom Sprunggelenk zum Boden senkrecht.

Ober- und Unterschenkel: Kräftig bemuskelt.

Sprunggelenk: Tief angesetzt, weder ein- noch ausgedreht.

PFOTEN: Groß, rund, mit gut aufgewölbten Zehengliedern und dicken Ballen; weder aus- noch eingedreht. Sie sind an sich kompakt, können aber gespreizt werden. Die Hinterpfoten sind nur wenig kleiner als die Vorderpfoten. Die Zwischenzehenhaut muss gut sichtbar sein.

 

GANGWERK: Im Schritt sehr loser, schlenkernder, lässiger Bewegungsablauf. Der Hund geht unvermittelt in einen lockeren, lebhaften, regelmäßigen, sehr raumgreifenden Trab über. Gleichmäßiger, außergewöhnlich raumgreifender Galopp.

 

HAARKLEID:

HAAR: Lang (4 - 8 cm), dicht, rauh, hart, undurchlässig, aber kein "Drahthaar". Die Beschaffenheit des Haares liegt zwischen Glatt-und Rauhhaar. Auf dem Kopf und im unteren teil der Gliedmassen ist das Haar normalerweise weicher. Deutlich vorhandene Unterwolle; bei Unterwolle und Deckhaar kann man eine leicht ölige Textur feststellen. Der Hund darf nicht für Schauzwecke getrimmt werden. Er muss im Naturzustand vorgestellt werden.

FARBE: Alle sonst bei den Laufhunden anerkannten Farben sind zulässig: einfarbig, gräulich, sandfarben, rot, weizenfarben, "blau"; bei diesen Farben sind an Kopf, Brust, Pfoten und Rutenspitze leichte weiße Abzeichen zulässig; weiße Hunde dürfen leichte zitronen-farbene, "blaue" oder dachsfarbene Abzeichen aufweisen. Schwarz-lohfarben, "blau"-lohfarben, schwarz-cremefarben, gelegentlich braun (leberfarben), lohfarben-braun, lohfarben-weiß. Unzulässige Farben: Braun (leberfarben)-weiß, weißer Körper mit schwarzen und loh-farbenen deutlich abgegrenzten Flecken. Die Pigmentierung muss mit der Haarfarbe harmonieren, sie muss aber nicht unbedingt in sie übergehen. So darf z.B. ein lohfarbener Hund einen braunen Nasenschwamm und braune Lidränder aufweisen. Ein leicht fleckig depigmentierter Nasenschwamm ist zulässig.

 

GRÖSSE:

Widerristhöhe: Bei Rüden ungefähr 69 cm, bei Hündinnen ungefähr 61 cm.

 

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes.

 

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

 

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

                                                                                                 
                                                                 Copyright E. u. R. Eggert
 
 
 

                      Wenn Sie meinen, och ja, so ein Otterhound könnte zu mir und meiner Familie passen,

                                                  dann finden Sie weitere Informationen unter AG Otterhound.

                        
                          
 
 
                                                     
                                                                  Sternbild: Jagdhunde
    
 

                                                                                     

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